Immobilie selber verkaufen – eine gute Idee?

Ja, ein Makler ist nicht billig. Sollten daher Eigentümer ihre Liegenschaft nicht selber verkaufen, um sich die Maklergebühr zu sparen?

Folgende Argumente sprechen dagegen:

Zeitlicher Aufwand

Ein Verkauf bindet sehr viel zeitliche Ressourcen. Lässt es Ihre Haupttätigkeit zu, nebenher noch ein solches Projekt durchzuführen? Ist sichergestellt, dass Sie für die Interessenten immer erreichbar sind, E-Mails rasch und kompetent beantwortet werden?

Die Antwort darauf können nur Sie selber geben.

Fachwissen

Der Verkauf einer Immobilie involviert im Wesentlichen drei Fachgebiete: Marketing, Bautechnik und Recht.

Sie haben drei Studienabschlüsse in Ökonomie, Architektur und Jurisprudenz in der Tasche und Fotografie und graphische Gestaltung sind Ihre Passion? Dann brauchen Sie uns wahrscheinlich nicht.

Für uns Normalsterbliche hingegen empfiehlt sich wohl der Zuzug einer Fachperson.

Beim Rappen gespart, beim Franken verschwendet?

Betrachten wir es einmal rein finanziell: Die Maklercourtage bewegt sich üblicherweise zwischen 2 und 3%, je nachdem wie teuer eine Immobilie ist. Holt der Makler also nur schon einen 2-3% höheren Preis aus dem Markt heraus, wie Sie selber, hat er sich bereits selbst finanziert.

Die Zeitersparnis und das sichere Gefühl, alles richtig zu machen und keine Risiken einzugehen kriegen Sie dabei noch gratis dazu.  

Verkauf an Bekannte

Die meisten Eigentümer kennen jemanden, der jemanden kennt, der ihnen ihr Eigenheim gerne abkaufen würde. Viele dieser Interessebekundungen gehören eher in die Kategorie Kompliment, als dass der Bekannte die Liegenschaft effektiv kaufen möchte.

Andere wiederum spekulieren auf das «Schnäppchen». Denn wenn etwas unter der Hand verkauft wird, hat der Käufer quasi ein Monopol auf den Kauf und muss preislich nicht bis an seine Schmerzgrenze gehen.

Der Eigentümer wiederum hat oft Hemmungen, von Bekannten und Freunden den maximalen Preis zu fordern. Freundschaften können so auf die Probe gestellt werden. Doch Hand aufs Herz, einem Bekannten eine 5- oder gar 6-stelligen Betrag zu schenken strapaziert den Freundschaftsbegriff dann doch. 

Ein Makler hat diese Hemmungen natürlich nicht. Und Freunde fühlen sich weniger vor den Kopf gestossen, wenn ein unabhängiger Dritter ihr Angebot als zu tief ablehnt.

Unsere Erfahrung aus über 30 Jahren Verkauf ist es jedenfalls, dass sich die Käufer mit dem höchsten Preis und die Verkäufer vorher nicht kannten.

Und in den ganz seltenen Fällen wo sie sich doch kannten, haben uns die Käufer hinterher bestätigt, dass sie nur so hoch gegangen sind, weil ein professioneller Makler in den Verkauf involviert war.